Max Payne 3

Max Payne 3


Was tut ein Mann, der alles in seinem Leben verloren hat und sich am absoluten Tiefpunkt befindet?
Noch tiefer fallen.

So lässt sich die Geschichte von Max Payne 3 in nur 2 Sätzen zusammen fassen. Das allerdings klingt negativer als es gemeint ist denn die Geschichte von Max Payne 3 halte ich für ziemlich stark. Es passiert nicht oft das die Geschichten in Videospielen, mich in ihren Bann ziehen. Spiele die es geschafft haben waren unter anderem Heavy Rain, Metal Gear Solid 4 oder Alan Wake. Es ist nicht mal die Geschichte an sich die den Auslöser betätigt, sondern ihre ganz eigene Erzählweise. Ebenso in Max Payne 3.

In Max Payne 3 spielen wir einen alternden, herunter gekommenen Max, der mittlerweile starker Alkoholiker ist und seine besten Jahre hinter sich hat. Dieser lebt nun in Brasilien nachdem er sich in New York nicht mehr blicken lassen kann. Doch warum eigentlich? Eines Nachts trifft Max in einer Kneipe einen Mann mit dem Namen Raul Passos. Dieser erzählt, zusammen mit Max auf der Polizeiakademie gewesen zu sein. Max scheint sich nicht zu erinnern, aber da Raul einen Drink spendiert kann den Max auch nicht ausschlagen. Doch schon geht der ärger los. Der Sohn eines Mafia Paten kommt in die Bar und macht sich über Max lustig. Nachdem er sogar Hand an einer Frau anlegen wollte brennen Max die Sicherungen durch, er zieht seine Knarre und drückt ab.
Da kommt ihn das Job Angebot von Raul gerade recht. Somit startet Max einen Neuanfang in Brasilien als Bodyguard. Genau hier fängt das eigentlich Spiel auch an.

Max ist Bodyguard der Familie Branco und soll eigentlich nichts weiter tun als die Tochter & Ehefrau zu gewissen Partys zu begleiten. Es könnte so schön und einfach sein, doch dann wären wir hier nicht bei Max Payne 3. Kidnapper tauchen auf und entführen beide. Von einer Katastrophe stiefelt Max von einer in die nächste, was letztendlich so weit geht das Max seinen Alkohol Konsum nicht mehr in den Griff bekommt und die Kontrolle verliert. An dem Punkt hat Max genug, schwört sich dem Alkohol ab rasiert sich die Haare und will sich endlich zusammen reißen um wenigstens irgendwas richtig zu machen und nicht alles zu vergeigen. Denn eines möchte ich schon mal verraten. Nicht jeder Rettungsversuch endet in einem Happy End. An einigen Momenten saß ich sogar vor dem Fernseher musste einen dicken Kloß hinunter schlucken und konnte regelrecht mitfühlen wie es Max gerade gehen muss. So unglaublich gut wird die Geschichte des Spiels erzählt, dazu aber später mehr.

Die Grafik des Spiels ist richtig gut und ich mein wrklich richtig gut. Ich Persönlich hab mich eigentlich schon seit 12 Monaten an der PS3 und 360 Grafik Satt gesehen, zu sehr ähnelt ein Spiel dem anderen, haben die selben Schwächen, oder sind den selben Grenzen der Hardware ausgesetzt. Ich bin wahrlich keine Grafikhure, aber die Unreal Engine kann ich beispielsweise einfach nicht mehr sehen. Matschige Texturen, Treppchen Bildung, das muss ich in neuen Spielen aus dem Jahr 2012 einfach nicht mehr haben. Spiele entwickeln sich Grafisch momentan einfach nicht mehr weiter, doch dann kam Max Payne 3. Treppchenbildung? Gibt es nicht. Texturen? Wunderschön.
Im ersten Level hatte ich zwar noch das Gefühl das man eventuell den selben Fehler wie bei GTA IV begeht in dem man gefühlte 30 Grafikfilter übereinander klatscht, so das man Augenschmerzen bekommt. Doch um so weiter man im Spiel voran schreitet um so klarer und schöner wird die Grafik.

Technisch ist das Spiel ebenso aller erste Sahne, die Euphoria Engine ist wie in den anderen Rockstar Spielen unschlagbar gut und auch das Gameplay kann sich sehen lassen.
Manch einer mag hier vielleicht bemängeln das es zu einseitig sei, man sich nur vom einen Raum in den nächsten ballert. Das mag auch richtig sein, ist allerdings auch gut so. Was soll ich auch sonst machen? Es ist ein 3rd Person Shooter, das habe ich erwartet und genau das habe ich auch bekommen. Es ist ja nicht so als wenn die anderen Max Payne teile mehr zu bieten hatten. Doch mehr erwarte ich auch gar nicht.
Was an Gameplay nicht erweiterbar ist, das macht man mit Szenarien, Orten und anderen Elementen wieder gut. So gibt es genügend Railgun Einlagen beispielsweise auf dem Boot oder an einem Bus. Ist alle paar Minuten durch die großartige Inszenierung des Spiels, an einem anderen Ort und bietet somit meiner Meinung nach genug Abwechslung.

Damit kommen wir dann jetzt auch zur größte stärke des Spiels, die von mir eben erwähnte Inszenierung. Das ganze Spiel fühlt sich an wie aus einem Guß. Die Cineastischen Zwischensequenzen, die Erzählweise, die Verschmelzung von Film in Spiel. Das habe ich so auf diesem Level bisher noch nirgendwo gesehen. Das Gesamtpaket Max Payne 3 ist für mich auf einer ganz neuen Stufe an Videospielen angelangt.

Kann man das Spiel an einzelnen Punkten auseinander nehmen? Sicherlich.
Dazu muss man auch nur das lächerlich schlechte Gametrailers Review Video angucken, dann weiß man zumindest schon mal wie man Reviews nicht führen sollte.
Man könnte bemängeln das es ziemlich wenige Painkillers gibt und man an einigen Stellen ohne Munition und Painkillers erst 5 mal sterben muss ehe man mit mehr Muni und 1-2 Painkillers von Rockstar versorgt wird. Man könnte auch bemängeln das es keine Granaten oder dergleichen gibt. Aber das tue ich bewusst nicht, denn das wäre Mängel mit der Pinzette suchen und wir sind hier ja nicht bei 4Players.

Was hier zählt ist das Gesamtwerk, welches Rockstar mit Max Payne 3 geschaffen hat.
Butterweiches Gameplay, ein Cineastisches Erlebnis welches sich gewaschen hat und Spiel mit Sequenzen verschmelzen lässt, eine toll erzählte Story die einen ins Mark geht gepaart mit einem Soundtrack der das Prädikat 1+ verdient hat. Das Spiel macht auch keinen halt davor zu zeigen, ich bin für Erwachsene Videospieler. Gut so.

Der Singleplayer Modus dauert rund 12 Stunden und auch sonst hat Rockstar alles dafür getan um die Langzeitmotivation am leben zu erhalten. Es gibt diverse Arcade und Score Modi so wie einen umfangreichen Multiplayer Modus, Daumen Hoch.

Ich bin begeistert und sofern die Hölle nicht zufriert wird es dieses Jahr auch nichts mehr geben was mich so begeistert wie Max Payne 3 es getan hat.

Ich verbeuge mich vor diesem Meisterwerk. Danke Rockstar.

95%

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